Vorstellung der Neuzugänge bei den Gewichthebern

Stefan Gradl

Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga hat sich der 35jähr. verh. Ingenieur, der seit Jahren in Regensburg lebt, mit Mannschaftsstartrecht unserem Verein ange-schlossen. In den 10 Jahren des Bestehens der Hebergemeinschaft war er für den 1. ACR mit konstanten Leistungen eine wesentliche Stütze und Garant für den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit einer Zweikampfleistung von 180 kg (80/100) – rel. 68 Punkte.

Bereits mit 12 Jahren begann er beim TSV Schwandorf mit dem Gewichtheben und holte sich mit 18 Jahren den Deutschen Meistertitel der A-Jugend. Noch 2005 sicherte sich der Federgewichtler Platz 3 im Reißen bei den „Deutschen“ und gewann zuletzt die Silbermedaille bei den DM der Masters 2017. Seine persönlichen Bestmarken liegen bei 93 kg im Reißen, 118 kg im Stoßen und 103 Relativpunkten.


Philipp Amann

Nach einem einjährigen Gastspiel beim 1. ACR hat sich der 32 jährige Maschinenbauingenieur, der in Regensburg lebt und hier bei einem Automatisierungsunternehmen beschäftigt ist, wieder unserem Verein angeschlossen.

Über die Crossfit-Bewegung kam er in seiner Studienzeit 2008 erstmals mit dem Gewichtheben in Berührung. Immer wieder gescheitert an dem technisch anspruchsvollen Bewegungsablauf kam er mit seinem Trainingskollegen Paul Hölter 2012 zum KSV und war von Anfang an von diesem Sport fasziniert. Freizeit und Urlaub verbringt er oftmals in den Bergen bei Mountainbike-Touren, an Klettersteigen oder auch bei Skitouren. Bei Letzterem zog er sich im Winter 2016 einen Achillessehnenriss zu, der eine längere Wettkampfpause nach OP und Rehabilitation folgen ließ. Doch bereits zum Ende der vergangenen Saison war er wieder für die HG am Start und versucht ehrgeizig an seine Bestmarken von 104 kg im Reißen und 134 kg im Stoßen heran zu kommen. Das Ziel für die anstehende Saison ist bei einem Körpergewicht von 80 kg 110/135 kg.


Yasin Yüksel

Eine wesentliche Verstärkung erfährt das KSV-Team für den Start in der 2. Bundesliga durch die Rückkehr des 26jährigen Yasin Yüksel. Entsprechend seinem Leistungsniveau war er 7 Jahre mit Mannschaftstartrecht in der 1. Bundesliga bei KSV Durlach (Baden Württemberg) und der HG Oder-Sund (Brandenburg) im Einsatz.

Der geborene Regensburger mit türkischen Wurzeln spielte als Jugendlicher Fußball und schnupperte als 10jähriger erstmals unter Gerhard Will beim ESV 27 am Hantelsport. Mit 13 Jahren wechselte er zum KSV und hier erkannte man sein Potential, das nach zwei Jahren über den Bayerischen Verband zur Aufnahme im Sportinternat Frankfurt/Oder führte. Die schulische Ausbildung absolvierte er am dortigen Gymnasium und schloss mit dem Abitur ab.

In der Sportförderguppe der Bundeswehr in Frankfurt/Oder wurde ihm 2011 die Möglichkeit zum optimalen Training eingeräumt. Als  Kaderathlet und Mitglied der Nationalmannschaft holte er sich mehrfach den Deutschen Meister-Titel und nahm folglich an den EM der Jugend und Junioren teil. Sein größter Erfolg war der 5. Platz bei der u23-EM als bester Westeuropäer. Aktuell ist er Deutscher Vizemeister 2016 und seine persönlichen Rekorde liegen bei 160 kg im Reißen und 190 kg im Stoßen mit relativ 146  Punkten.

Zudem absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Übungsleiter Gewicht-heben. Mit den im Spitzensport gesammelten Erfahrungen wird er für seine Heberfreunde sicherlich wichtige  Tipps und Hinweise zum Trainingsprogramm weitergeben.

Sein Hobby ist das Angeln mit vereinzelt sehr ansehnlichen Fängen von Zander Hecht und Waller. Als „Nr. 1“  der Tischtennisgruppe misst er sich wöchentlich mit Gegnern, die bis zu 50 Jahre(!) älter sind als er und dabei kann er so richtig entspannen.


Patrick Dürnberger

Mit dem in Braunau am Inn geborenen 24jährigen Studenten der Betriebs-wirtschaft hat der KSV einen Top-Athleten verpflichten können, der eine wesentliche Verstärkung der „Kampfmannschaft“ darstellen kann.

Bereits als 7jähriger begann er beim ATSV Ranshofen/Österreich mit dem Gewichtheben und fand entsprechend seiner sportlichen Entwicklung bereits 2005 Aufnahme im Nachwuchskader. Als 15jähriger startete er bereits in der Oberösterreichischen Landesliga und der Nationalliga (=2. BL). 2014 schaffte er mit Ranshofen den Aufstieg in die Bundesliga und ein Jahr später holte er sich Platz 2 bei den Österreichischen Meisterschaften der allgemeinen Klasse.

Seine derzeitigen Bestleistungen in der Kl.-94 kg Körpergewicht belaufen sich auf 133 kg im Reißen und 175 kg im Stoßen. Anlässlich der Offenen Münchener Meisterschaften am 15.07.17 präsentierte er sich mit 131/170 bei 110 relativ. Sein sportliches Nahziel ist eine Goldmedaille bei den Österreichischen Meisterschaften.

Der bodenständige Sportler hat eine fundierte Berufsausbildung mit dem Besuch der Fachschule für Elektrotechnik. Nach seiner Dienstzeit beim Bundesheer schloss eine 3jährige Werkmeisterschule an, die er mit der Berufsreifeprüfung (gleichbedeutend mit dem Berufsabitur) abschloss. Neben seinem intensiv betriebenen Kraftsport verbleibt dem sympathischen jungen Mann, der zudem Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, kaum Zeit für andere Hobbys.


Annabell Prager

Die 19jährige Studentin aus Bad Kötzting, die an der Uni Regensburg Lehramt mit Hauptfach Musik studiert, ist seit März dieses Jahres bei uns im Verein und hat sich auch bei verschiedenen Veranstaltungen schon voll integriert.

Über Volleyball und Handball, das sie im Jugendalter mit Eifer betrieb, kam sie zum Crossfit. Hier hat es ihr das Gewichtheben angetan!  Der technische Ablauf gepaart mit Kraft gefällt ihr am Besten. Mit den derzeitigen Leistungen von 50 kg im Reißen und 60 kg im Stoßen stellt ihr Trainer Josef Graf eine günstige Prognose aus für konstante Steigerungen und den Einsatz in der 2. Mannschaft.

 

 

 

 


Claudia Pobig

Die 28jährige in Görlitz/Sachsen geborene Lehrerin kam 2014 über ihren Freund Paul Hölter in Bayreuth, wo beide studierten, erstmals mit dem Gewichtheben in Berührung. Die sportliche junge Frau, die als Schülerin Ballett getanzt hat, machte rasche Fortschritte und steigerte sich innerhalb von 2 Jahren bei insgesamt 22 Wettkämpfen auf relativ 104 Punkte.

Über den 1. ACR, für den sie in der vergangenen Saison bereits in der HG an den Start ging, kam sie nun zum KSV. Mit ihren sehr ansprechenden Leistungen knapp unter 100 Relativpunkten war sie im Aufstiegsjahr die Zuverlässigkeit in Person und ist die derzeit beste Regensburger Gewichtheberin.

Für die kommende Saison spekuliert sie mit 75 kg im Reißen und 90 kg im Stoßen bei einem Körpergewicht von 60 kg und ist bestrebt ihren Bayerischen Titel erfolgreich zu verteidigen sowie eine gute Rolle bei den „Deutschen“ zu spielen.

Anna Soler hebt 137,5 kg

Beim diesjährigen Bavaria-Cup im Kreuzheben startete unser Vereinsmitglied Anna Soler in der Klasse bis 72 kg Körpergewicht. Mit dem Einstiegsgewicht von 125 kg steigerte sie auf 130 kg und ließ im 3. Versuch 137,5 kg auflegen, die sie souverän meisterte und damit eine neue pers. Bestleistung aufstellte und den 4. Platz belegte.

Eine Schulterverletzung zwang die Gewichtheberin zum pausieren und so kam sie zum Kreuzheben, das sie nun mit viel Ehrgeiz betreibt. Sie ist in Vorberei-tung für die Deutschen Meisterschaften im RAW im Oktober. Hierzu wünschen wir viel Erfolg.

Aufstiegsfeier mit Grillfest

-Die Gewichtheber können auch zünftig feiern-

 

Fotos

(steiri) Mit einem von Spartenleiter Josef Graf organisierten Grillfest am 23.06.2017 rund um unseren Trainingsraum feierten wir den Aufstieg in die 2. Bundesliga, der noch in der Hebergemeinschaft realisiert wurde. Leider hat sich unser ehemaliger Partnerverein aus der HG verabschiedet. Im Sinne des Sports und der beteiligten Akteure wagten wir alleine (als KSV Bavaria) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dass hierfür zusätzliche finanzielle Mittel nötig sind versteht sich von selbst, zumal uns die Auswärtskämpfe nach Berlin (!), Görlitz (in Sachsen, nahe der polnischen Grenze), Suhl und Gräfenroda in Türingen sowie Roding führen. Aus diesem Grunde wurde in den vergangenen Monaten  ein Förderkreis gegründet in dem sich Einzelpersonen wie auch Firmen und Geschäfte, die sich dem Kraftsport verbunden fühlen, einbringen können. Ein gewisser Sponsorenkreis konnte bereits gewonnen werden und diesem stellte sich der Verein anlässlich der Aufstiegsfeier vor.

Nach der Begrüßung durch Vorstand Martin Hutzler wurde der offizielle Teil mit der Pokalüberreichung für die Bayernliga-Meisterschaft der Saison 16/17 an die ehemaligen Partnervereine 1. AC und KSV Bavaria Regensburg durch den Vizepräsidenten des Bayerischen Gewichtheber und Kraftsport Verbandes, Herrn Florian Sperl vorgenommen. Nach kräftigem Beifall und Jubelrufen betonte er voller Stolz, dass Bayern nun neben TB Roding II und dem ESV München-Neuaubing mit dem KSV Bavaria Regensburg  ein drittes Team in der 2. Bundesliga hat und wünschte den Akteuren viel Erfolg. Dem schloss sich auch der alljährige Koordinator des „Alpen-Cups“ Conny Högg an, der als besonderer Gast der Einladung folgte.

Im Anschluss übernahm Ehrenvorstand Werner Heilmeier das Mikrophon und führte in seiner humorvollen und launigen Art durch den Abend. Mit seiner eigenen „Beförderung“ vom Kelleransager zu einem echten Hallensprecher -unsere Heimkämpfe werden in der Städt. Turnhalle an der Prüfeninger Straße 83 ausgetragen- ging er auf die anstehende Bundesliga-Saison ein. Im 35. Jahr des Bestehens ist unser Verein erstmals alleine in der 2. BL vertreten. Ein einjähriges Gastspiel vor 9 Jahren in der HG konnte mangels starker Leistungssportler damals nicht fortgeführt werden. An dem sollte es diesmal nicht scheitern. Mit der namentlichen und persönlichen Vorstellung unserer hübschen Damen traf er sofort den Nagel auf den Kopf und konnte mit Claudia Pobig, der Bayerischen Meisterin des vergangenen Jahres, einen leistungsstarken Neuzugang vermelden. Mit der  Präsentation unserer starken Männer, der Rückkehr von Philipp Amann und der Neuverpflichtung von Stefan Gradl mit Mannschaftsstartrecht konnte er bald 20 Akteure aufzählen, die sowohl in der 2. BL als auch in der Bezirksliga zum Einsatz kommen können. Zu guter Letzt ging er auf die Rückkehr von Yasin Yüksel zum KSV Bavaria ein. Vor  8 Jahren zog es ihn mit Mannschaftsstartrecht in Richtung 1. Bundesliga entsprechend seiner Leistungsentwicklung als Kaderathlet im BVDG mit Engagements bei Durlach und dem Oder Sund Team. Wegen seiner beginnenden Berufsausbildung in Regensburg wird er in den kommenden Jahren die Bavaria-Heber als Top-Athlet sicherlich sportlich verstärken, aber auch als Übungsleiter wertvolle Tipps für seine Mitstreiter in die Waage werfen. Abschließend überreichte Moderator Werner Heilmeier an Spartenleiter Sepp Graf eine Erinnerungsbildtafel, gefertigt von Ehrenmitglied Richard Steinmann, welche die guten Leistungen der Aufstiegsmannschaft dokumentiert und die einen Platz im Trainingsraum finden wird.

Nach dem offiziellen Teil ging es zum gemütlich Genüsslichen über und jeder ließ sich die Grillspezialitäten schmecken, die vom „Vize“ Claus Kerrinnes hervorragend zubereitet wurden. Mit Polina Kartascheva und Annabell Prager hinter der Theke fand zudem der Bar-Betrieb riesigen Anklang. Die Feierlaune war ungebrochen und hielt bis weit nach Mitternacht. Für die Organisation bedankt sich der Verein vor allem bei Spartenleiter Josef Graf, der die Hauptlast trug und die fleißigen Helfer Ben Tisowski, Yasin und Osmann Yüksel, Artur Tuaev, Florian Oppenrieder, Sebastian Summerer, Stefan Mertan, Annalena Hofbauer und Julia Keck und all die Ungenannten.

Zwei Ehrenmitlgieder
frühere Vorstände
essen hinter Gittern
Barbetrieb

Manfred Ewald ist von uns gegangen

Betroffen von der traurigen Nachricht des Ablebens von Manfred Ewald zeigten sich die KSV-Sportfreunde. Im 86igsten Lebensjahr verstarb am 14. April 2017 das zuletzt älteste Mitglied unseres Vereins.

Manfred Ewald war in den 60iger und 70iger Jahren als Bantam-  und Federgewichtler (damals beim Jahn) ein erfolgreicher Gewichtheber, dessen Bestmarken bei 80/75/102,5 kg (Drücken/Reißen/Stoßen) lagen. Als Bayernmeister der Masters trat er 1981 vom „Heberbrett„ ab. In seiner 35jährigen Mitgliedschaft beim KSV war er gern gesehener Gast bei den Veranstaltungen, in der Wandergruppe und am wöchentlichen Athleten-stammtisch.

Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

Weitere Todesfälle in der KSV-Familie

Unser tiefes Mitgefühl in ihrer Trauer gilt zudem unseren Sportfreunden Alfons Bischl und Günther Koller zum Ableben ihrer Ehefrauen.

Thea Bischl verstarb am 24.01.17 im Alter von 79 Jahren.

Eva Koller war 57 Jahre alt, als sie am 14.04.17 nach längerer schwerer Krankheit verschied.

Auflösung der HG Regensburg

Die Hebergemeinschaft Regensburg (HG) bestand seit 11 Jahren. Sie hat sich am 27.03.17 nach dem Gewinn der Bayernliga-Meisterschaft auf Wunsch des 1.AC Regensburg aufgelöst.
Den Aufstieg in die 2. Bundesliga-Gruppe B nimmt der KSV Bavaria Regensburg alleine wahr. Eine 2. Mannschaft wird in der Bezirksliga Oberpfalz an den Start gehen.

Artur Tuaev neuer Übungsleiter für Gewichtheben

Im vergangenen Frühjahr nahm Artur Tuaev in vier Stufen an der Übungsleiter- Ausbildung  des Bayerischen Gewichtheber und Kraftsport Verbandes (BGKV) unter Leitung des Bayerischen Landestrainer Christian Koherr in München teil. Er schloss als einer der besten ab und trainiert seit Mitte des Jahres 2016 vornehmlich Anfänger und Heber der 2. Mannschaft, zumal er selber noch Mitglied der Kampfmannschaft der HG Regensburg ist und für sich selber ein doch umfangreiches Trainingsprogramm zu absolvieren hat.

Artur Tuaev ist 25 Jahre alt, in Sibirien geboren (dort arbeiteten seine Eltern als Tiermediziner) und in der russischen Teilrepublik Ossetien aufgewachsen. Mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder siedelte er 2000 nach Deutschland über. Derzeit studiert er im 4. Semester Mathematik in Regensburg

Ehrenmitglied Werner Heilmeier feierte 75. Geburtstag

Am 21. März hatte Werner Heilmeier seinen Ehrentag. Als Gründungsmitglied des KSV Bavaria war er vom ersten Tag an dabei und als 2. Vorsitzender in den ersten 30 Jahren ununterbrochen in der Vorstandschaft des Vereins. Er organisierte in dieser Zeit zahlreiche Ausflüge, richtete Vereinsfeste aus und ist bekannt wegen seiner  humorvollen Ansprachen. Für seine Verdienste in dieser Zeit zeichnete ihn der Bayerischen Gewichtheber und Kraftsport  Verband mit der Ehrengabe in Gold sowie die Stadt Regensburg mit der Ratisbona-Verdienstnadel aus. Als er sich 2012 nicht mehr zur Wahl stellte, verlieh ihm der Verein die Ehrenmitgliedschaft.

Werner setzte sich aber nicht aufs Altenteil, sondern führt als Sprecher bei den Heimkämpfen am Mikrophon souverän durch die Veranstaltungen. Ebenso gehört er in der Wandergruppe des Vereins zur treibenden Kraft und lässt auch kaum einen wöchentlichen Stammtischabend aus.

Zu seinem „dreiviertel Jahrhundert“ gratulierten seine Vereinsfreunde Emil Auburger, Alfons Bischl, Erich Eggl, Walter Eimannsberger, Max Huber und Richard Steinmann mit einem italienischen Probierkorb und wünschen weiterhin Glück und Gesundheit für unseren „Heili“.

Mit Frauenpower und Ästhetik angreifen

Die HG Regensburg kämpft um den Aufstieg in Liga zwei; mit dabei in der Frauenriege ist auch eine ehemalige Balletttänzerin.
von Michael Sperger, MZ

Sabine Schuderer kämpft in der 1. Mannschaft für die Hebergemeinschaft Regensburg um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Foto: Sperger

REGENSBURG.Gewichtheben ist in Regensburg wieder schwer im Kommen. Doch nicht nur Männer üben sich im Reißen und Stoßen. Auch immer mehr Frauen stoßen zur Hebergemeinschaft Regensburg. Hier stehen sie an der Seite der Männer und kämpfen aktuell gemeinsam um den Aufstieg in die 2. Bundesliga – sehr zur Freude von Josef Graf. Er ist Übungsleiter beim KSV Bavaria, der Teil der Hebergemeinschaft ist. „Viele unserer Sportlerinnen sind Studenten in Regensburg. Sie sind alle sehr fleißig und müssen manchmal sogar gebremst werden“, sagt Graf.

Bei der HG Regensburg gibt es ein paar wenige Gewichtheberinnen, die seit der Jugend dabei sind. Das ist aber eher die Ausnahme. „Wir haben viele Quereinsteiger; oft vom Fitnessstudio oder über Crossfit“, erklärt der Trainer. Crossfit ist ein amerikanisches Fitnesstraining, das auch in Wettkämpfen praktiziert wird. Es vereint Sprinten, Eigengewichtsübungen Turnen und auch Gewichtheben. „Die Stunden in denen die Technik fürs Gewichtheben gelernt wird, waren mir zu wenig. Deshalb kam ich in den Verein“, sagt Lena Nützel. Mittlerweile ist sie ein fester Bestandteil der 1. Mannschaft.

Vom Ballett gekommen

Einen etwas anderen Werdegang hat Claudia Pobig vorzuweisen. Statt vom Kraftsport oder Fitnesstraining kam sie vom Tanzen zum Gewichtheben. „Ich habe bis 2009 Ballett getanzt und war auch in Showtanz-Gruppen. Nach einer längeren Pause vom Sport kam ich dann zum Gewichtheben und über meinen Freund zur HG nach Regensburg“, erklärt sie.

Ihren ersten Wettkampf bestritt Pobig im März 2015. Ein halbes Jahr und mehrere Bezirksrekorde später gewann sie ihren ersten Titel als bayerische Meisterin – damals noch für Bayreuth.

„Für mich gibt es keinen Männer- oder Frauensport“Anna Soler

Der Umstieg ist also durchaus geglückt. Eine Rückkehr in den Tanzsport könnte sie sich nicht vorstellen. „Ich war nie eine übertalentierte Tänzerin. Das Gewichtheben macht mir unheimlich Spaß und der Erfolg bleibt ja auch nicht aus“, erklärt die bereits mehrfache bayerische Meisterin.

Auch solch ein Umstieg ist nicht einzigartig. Bei der Hebergemeinschaft, die 2006 aus dem KSV Bavaria und dem AC Regensburg fusionierte, gibt es zwei weitere Beispiele für komplette Quereinsteiger. Da wäre Anna Soler. Die Spanierin war vorher Rugbyspielerin. „Für mich gibt es keinen Männer- oder Frauensport. Es ist einfach Sport“, sagt Soler. Als große Gemeinsamkeit zwischen den beiden Sportarten sieht sie die Athletik. Diese ist sowohl bei Rugby als auch beim Gewichtheben sehr wichtig.

Auch der Werdegang von Sabine Schuderer ist nicht gerade alltäglich. Sie macht seit vier Jahren neben dem Gewichtheben Poledance. „Dadurch habe ich die Grundstabilität und Körperbeherrschung schon mitgebracht. Mittlerweile bin ich sogar Poledance-Lehrerin“, sagt die Heberin der 1. Mannschaft.

Die Frauen der HG Regensburg

Muskeln sind nicht alles

Die beiden Sportarten haben bei näherem Betrachten mehr gemeinsam als man denkt: Rücken, Bauch und Rumpfmuskulatur werden jeweils besonders trainiert. Doch nicht nur Muskeln und Kraft stehen beim Gewichtheben im Vordergrund. „

„Gewichtheben ist ein ästhetischer Sport“Josef Graf

Ohne die richtige Technik gehen die Gewichte nicht hoch“, erklärt Anna Soler. Deshalb sei auch das Bild des Sports nach Außen veraltet. „Die meisten Leute stellen sich bei Gewichthebern dicke Frauen und Männer vor. Das ist aber bei weitem nicht so. Unsere Mädels sind alle sehr ansehnlich und dennoch erfolgreich“, sagt Graf. „Gewichtheben ist bei den Frauen durchaus ein ästhetischer Sport.“ Die Ergebnisse werden nicht rein nach gehobenem Gewicht geordnet, sondern nach Relativpunkten gewertet. „Hier wird je nach Körpergewicht der Athleten ein gewisser Wert von der Einzelleistung abgezogen“, erklärt der Übungsleiter.

Die Frauen arbeiten immer weiter an sich. Denn im Gewichtheben lernt man nie aus. „Die Technik kann immer weiter verbessert werden. Das ist ein Sport für Perfektionisten“, verrät Sabine Schuderer. Sie schafft es nur dank drei bis vier Trainings pro Woche, den Leistungsstandard der 1. Mannschaft zu halten.

Sabine Schuderer, Anna Soler, Marie Reuter und Lena Nützel behaupten sich in der Männerdomäne.Foto: Sperger

Wenn die Nachfrage besteht, bietet Trainer Graf auch am Wochenende zusätzliche Einheiten an. „Wenn die Mädels mal wieder top motiviert sind, kommen sie auch mal fünf bis siebenmal pro Woche“, sagt er. Der gesamte Verein sei eine große Familie, die immer zusammenhält. Nicht nur innerhalb der Frauenriege stimmt die Chemie. „Wir Frauen verstehen uns natürlich alle super, aber es ist auch okay, dass wir kein reines Frauenteam haben. Die Männer haben uns alle freundlich aufgenommen“, erklärt Marie Reuter.

Zwei Siege bis zum Aufstieg

Am Samstag gastiert am vorletzten Wettkampf der Gewichtheber-Bayernliga im Oberpfalzderby der ASV Neumarkt um 18 Uhr bei der HG Regensburg, die derzeit auf Platz zwei steht. Austragungsort ist die KSV-Halle in der Prüfeninger Straße. Mit einem Sieg und einer guten Punkteausbeute können die Regensburger sogar die Tabellenspitze im Fernduell vom 1. AC Weiden zurückholen.

Am 25. März kommt es in Regensburg zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams. „Wir wollen dabei als Sieger hervorgehen. Damit würden wir den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen“, sagt Trainer Graf. Nur der Meister der Bayernliga ist zum Aufstieg berechtigt. Der HG Regensburg war bereits 2009 der Aufstieg in Liga zwei gelungen, nach einem Jahr war der direkte Wiederabstieg jedoch nicht zu verhindern. Mit Raphaela Rochelt und ihrer Schwester Victoria (Misirli) stehen auch zwei Heberinnen aus dem damaligen Kader im Aufgebot.

„Ich habe Spaß, wenn meine Schützlinge Spaß haben. Deshalb wollen wir den Aufstieg anpacken“, sagt Graf. Auch über die finanziellen Mehraufwendungen für die weiteren Auswärtsfahrten macht er sich keine Sorgen: „Das werden wir alles hinbekommen.“ So stünde einem Aufstieg nichts mehr im Wege. Der sportliche Grundstein kann schon am Samstag gelegt werden – mit viel Frauenpower.

Jubiläum der Wandergruppe

(steiri) Am ersten Donnerstag im Februar 2017 war die Wandergruppe des KSV (vornehmlich jung gebliebene Senioren) zum 50. Mal seit Bestehen unterwegs. Diesmal stand die Besichtigung der Fleischfabrik FleiWa in Roßbach auf dem Programm. Hier war nämlich Lothar Kerscher bis zu seinem Ruhestand für den Einkauf zuständig. In einem fast 1 ½ stündigen Rundgang wurden uns vom kaufmännischen Leiter Michael Rochelt (Cousin von Lothar) die Abläufe in einer solchen Fabrik anschaulich vor Augen geführt und so manche Fragen von uns Konsumenten fach- und sachkundig beantwortet. Nach der anschließenden Brotzeit vom hauseigenen Produkt gab Werner Heilmeier (Statistiker) einen launischen Rückblick, die mit der 1. Wanderung am 18. November 2012 begann. Während die längste Wanderung (2 Stunden) am 10.12.15 in Deuerling zur Münchsmühle führte, war die kürzeste (etwa 500 m) am 10.10.13 wegen wolkenbruchartigen Regens schnell abgehakt. Mit jeweils 16 Teilnehmern am 09.10.14 und 10.12.15 sind die meisten und mit 5 TN am 12.05.16 die wenigsten genannt. Die kälteste Wanderung (-3 Grad) führte zur Münchsmühle und die schweißtreibenste (+35 Grad) auf den Schloßberg in Regenstauf. Jeder Teilnehmer hat in dieser Zeit etwa 230-250 km zu Fuß zurück gelegt und der geschätzte Verzehr bei sich anschließenden Einkehren betrug sicherlich 750 000 Kalorien. Für die Umsetzung seiner Idee im Jahr 2012 ehrten die Teilnehmer Richard Steinmann mit einem guten Tropfen.